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Panikmache um Schweinepest – tierschutzwidrige Jagdmethoden eingeführt


Die Ausbreitung der Schweinepest beschäftigt Tier- und Naturschutz-, Bauern- und Jagdverbände schon eine ganze Weile. Noch ist die Seuche nicht in Deutschland angekommen, dennoch werden präventiv schon Maßnahme getroffen, die aus Tierschutzsicht rundweg abzulehnen sind.

Sachsen hat im April 2018 eine Änderung der Jagdverordnung beschlossen, die den Abschuss von Wildschweinen erleichtert - auch mit sehr fraglichen Methoden.

So ist nun die Fangjagd mit Käfigen erlaubt, ebenso sind die Schonzeiten aufgehoben worden. Schwarzwild darf nun ganzjährig geschossen werden, auch Bachen. Die Jagd ist nun mit künstlichen Lichtquellen, Vorrichtungen zum Anstrahlen oder Beleuchten des Zieles und Nachtzielgeräten erlaubt.

Im Morgenmagazin (ARD/ZDF) vom 12.01.18 wurde seitens des Bauernverbandes eine Reduzierung des Wildschweinbestandes um 70% gefordert!

Das Umweltministerium sowie der Bauern- und der Jagdverband erhoffen sich durch die Änderungen der Jagdverordnung Schutz vor der Seuche für den Haustierbestand. Allerdings werden Erreger auch und vor allem durch Vögel bzw. verseuchte Nahrungsmittel eingeschleppt.

Sinnvolle Maßnahmen wie einen effektiven Schutz der Haustierbestände, zum Beispiel durch Vermeidung zu Wildkontakt und erhöhte Vorsichtsmaßnahmen bei der Einschleppung von Viren, werden bisher kaum diskutiert.

Wir erachten die getroffenen Maßnahmen für nicht sinnvoll und tierschutzwidrig und stellen uns klar gegen die Änderungen im Jagdgesetz. Wildschweine sind weder die Ursache der Seuche noch deren Hauptüberträger.

Problematisch ist die Massentierhaltung an sich, die Epidemien überhaupt erst hervorbringt. Es gilt, Landwirte besser zu unterstützen, damit diese ihre Ställe so schützen können, dass kein Wildkontakt entsteht. Noch besser wären mehr Hilfsgelder für Höfe, die auf Bio-Tierhaltung umstellen möchten.

Wichtig ist ebenso die Aufklärung der Bevölkerung, keine Essensreste, schon gar kein rohes Fleisch oder Rohwurst liegenzulassen oder an Wildschweine zu füttern.

Die Schweinepest ist für Menschen vollkommen ungefährlich, auch der Verzehr von kontaminiertem Fleisch. Es ist wichtig, die Haustierbestände zu schützen. Durch den Abschuss von Schwarzwild wird das aber nicht gelingen.